Griechenland 4.10.- 20.10

Von Albanien zurück in die EU nach Griechenland. Grenzübergang Kakavia – Kathismata. Das sollte dann jetzt mal gar kein Problem an der Grenze geben. Von wegen. Schon wieder müssen wir uns die Fragen anhören, was Sams vorläufiger Personalausweis für ein Dokument ist. Dass wir damit gar nicht bis hierher hätten fahren dürfen und so weiter und so fort… Schließlich dürfen wir dann Einreisen. Ab jetzt muss ich nicht mehr schwitzen an den Grenzübergängen. Alles mit einem vorläufigen Personalausweis geschafft, was eigentlich gar nicht möglich gewesen wäre.

Ioannina

Wir fahren nach Ioannina. Der nächste größere Ort nach der Grenze. Hier finden wir etwas außerhalb einen Nachtplatz. Am folgenden Tag wollen wir einkaufen und unser Glück nochmal im Baumarkt versuchen. So ohne 70 Liter Tank ist das schon etwas nervig. Immer Wasser in unsere 5 Liter Plastikflaschen füllen geht zwar, aber man ist halt begrenzt. In Griechenland gibt es noch die Baumarktkette „Praktiker“. Nachdem wir einkaufen waren versuchen wir dort unser Glück. Die nette Verkäuferin die kaum Englisch aber perfektes Deutsch spricht, verweist uns auf das kleine Marinecenter nebenan. Es ist wirklich klein und sieht eher wie eine Werkstatt aus. Ob wir da was finden? Beim betreten sieht es erstmal so aus, als könnten wir auf dem Absatz wieder kehrt machen. Aber da entdecken wir in der Vitrine die ersehnte Wasserpumpe. 2 Minuten und 15 Euro später marschieren wir gut gelaunt zurück zu Jolly. Was ein Glück. Endlich.

Parga

Wir fahren an die Küste nach Parga. Ein kleiner Touristenort, mit 2 Badestränden. Hier gehen wir erstmal einen Kaffee trinken und dann schön baden. Paraglider in der Luft wecken unsere Aufmerksamkeit. Aber dafür sind wir heute schon zu spät dran. Morgen, wenn das Wetter passt. Für die Nacht wollen wir nicht in Parga bleiben und fahren etwas ausserhalb auf einen Platz. Dieser liegt zwar gleich an der Straße, welche aber nicht sehr befahren ist. Wir haben Ausblick direkt aufs Meer. Am nächsten Morgen, Sam hat bereits Kaffee gemacht, stehen nicht weit von uns ein paar Männer. Was sie vorhaben wissen wir nicht, was wir aber wissen, dass einer von ihnen ein Gewehr in der Hand hält. Ähm? Schnell alles abfahrbereit machen und mit Kaffeetassen nach vorne und ab durch die Mitte. Ein Blick in den Rückspiegel zeigt: wir werden nicht verfolgt 😀 Wir suchen uns einen anderen Platz für unser Frühstück. Danach geht es zurück nach Parga. Wir parken diesmal etwas näher am Strand und genießen Sonne, Strand und Meer. Gegen 2 Uhr entschließen wir uns für einen Flug. Leider zeigen die Wetterkarten auf dem Meer Gewitter und Regen. Ob uns das beeinflusst hier an der Küste? Wir wollen es herausfinden. Endlich wieder den Gleitschirm-Rucksack auf den Rücken geschnallt und los gehts. Eine schöne Wanderung auf den Berg, durch Oliven-Wälder, kleine hübsche Orte, vorbei an Bächen und hier und da mal eine Eidechse und Gottesanbeterin. Leider auch wieder vorbei an Sperrmüllhalden direkt am Weg. Oben angekommen, lässt uns der Rückenwind nicht starten. Wir warten fast eine Stunde und immer wieder gibt es starke Phasen mit Wind von hinten. Wir lassen es. Rucksack auf und den ganzen Weg zurück. Es ist bisher das erste mal, dass keiner von uns beiden rausfliegt und wir den Rückweg gemeinsam antreten. Am Wetter kann man halt nichts drehen, auch nicht den Wind. Nette Wanderung und etwas die Beine bewegt.

Kanali

Wir wollen weiter Richtung der Insel Lefkada. Auf unserem Weg machen wir einen Stop in Kanali. Wir stehen mit anderen Campern an der Mango Beach Bar (diese hat bereits geschlossen). Unmittelbar am Strand. Hier gibt es auch wieder eine Dusche. Das Wetter ist etwas unbeständig. Es tröpfelt mal 5 Minuten und dann ist wieder gut und die Sonne ist da. An diesem wunderbaren Ort bleiben wir 3 Nächte. Das Meer ist angenehm warm, ich verbrenne mir beim Sonnenbaden den Ar….Hintern, weil ich mich nicht eingecremt habe. Selber Schuld. Sam kann sogar etwas mit dem Schirm an der Düne soaren. Wir lassen es uns wieder gut gehen. Kochen lecker, es gibt viel Wein und Bier #enjoythegoodlife. Es ergeben sich zudem nette Gespräche mit anderen Campern. Wir bekommen zwischendurch auch schon mal Besuch von streunenden Hunden. Die bekommen altes Baguette von mir und traben damit glücklich davon. Sam baut endlich die neue Pumpe ein. Außerdem müssen wir mal Jolly aufräumen und von innen sauber machen. Er hat es nötig o:)

Lefkada – Camping Santa Mavra

Am 9. Oktober fahren wir über den Damm nach Lefkada. Einkaufen und erstmal einen Campingplatz aufsuchen. Wir müssten mal Wäsche waschen und wir wollen unseren Tank befüllen. Camping Santa Mavra ist einer der wenigen Campingplätze die noch geöffnet haben. Er befindet sich auf der Südostseite der Insel. Wir stehen zwischen uralten Olivenbäumen direkt am Wasser. Heute veranstalten wir eine Waschorgie und werden promt von anderen Campern auf unser Wäschechaos angesprochen. Sieht schon lustig aus, kreuz und quer die Wäscheleine gespannt und voll gehangen. Leider ist alles etwas schwer und wir müssen improvisieren damit die Leine nicht gleich mit der gewaschenen Wäsche im Dreck hängt. Zwei Stöcke helfen uns da. Es ist sogar alles trocken bis zum Abend. Am nächsten Tag wollen wir auschecken, werden aber auf dem Weg zur Rezeption von 2 Wildschweinen überrascht. Am hellichten Tag suhlen sich die beiden fröhlich in einer Pfütze und spazieren über den Campingplatz vorbei am Waschhäuschen und anderen Campern. Die Anwesenheit von Menschen interessiert sie überhaupt nicht. Selbst der Campingplatzbetreiber ist überrascht. Wir zahlen, befüllen noch unseren Tank und machen uns dann auf nach Kathisma- Beach.

Lefkada – Kathisma #1

Hier finden wir den schönsten Strand den wir je gesehen haben. Unglaublich schön. Heller Sand, glasklares Wasser in den unterschiedlichsten Türkis- bis Blautönen. Traumhaft. Die Strandrestaurants haben fast alle geschlossen und wir können wieder direkt am Strand stehen ohne zu stören. Badesachen an und das Wasser checken. Herrlich warm und doch erfrischend. Ich glaube wir sind im Paradies angekommen. Natürlich ist auch etwas oberhalb des Strandes ein Gleitschirmstartplatz 🙂 Es dauert auch nicht lange, da landen 2 Paraglider am Strand. Einer davon ist sogar ein Tandem. Bei genauerem betrachten stellt sich heraus, dass wir ihn sogar kennen. Martin aus Hamburg mit seiner Tochter. Vor ziemlich genau einem Monat haben wir ihn bei BlueSky getroffen. Wie witzig. Der andere Schirm ist Kathi, seine Freundin. Auch sie haben wir bereits im Juni bei BlueSky kennengelernt. Wir verabreden uns gleich für heute Abend mit den den beiden auf ein Bier. Mit dem Rad fahren Sam und ich dafür nach Agios Nikitas. Ein netter, lustiger Abend. Leider reisen sie am nächsten Tag schon zurück nach Hamburg. Die nächsten beiden Tage sind eher Faulenzertage. Zu wenig Wind zum fliegen. Sam versucht es trotzdem. Resultat: 15 Minuten gehen für 2 Minuten fliegen. Also schwimmen, lesen, schreiben, Musik hören, nichts tun…

Es ist nicht mein Tag. Der Zahn der Zeit nagt an mir, oder an meinen Kauern. Mir bricht ein Stück vom Zahn ab und mein Handy gibt auch noch den Geist auf. Ich bin begeistert. Versuche das Handy zu reparieren scheitern zwar nicht ganz, aber auf kurz oder lang werde ich wohl ein neues brauchen. Und der nächste Zahnarztbesuch wird auch wahrscheinlich nicht ganz günstig ausfallen. Naja immerhin bekommen wir am Abend ein paar Sternschnuppen geboten. Das hebt die Laune wenigstens wieder etwas. Ich kann es jetzt ja eh nicht ändern.

Lefkada – Katsiki Beach

Wir müssen etwas einkaufen. Wir fahren dafür wieder nach Lefkada-Stadt, im Norden der Insel. Bei der Gelegenheit machen wir auch einen kleinen Spaziergang durch den schönen Hafen und die Gässchen der Stadt. Bei den ganzen Segelbooten kommen wieder Erinnerungen auf. Wir könnten ja noch mal ne Segeltour machen..? Gegen Mittag fahren wir an der Ostseite der Insel nach Süden. Es gibt dort mehrere Wasserfälle zu bestaunen. Wir wandern zum Wasserfall bei Nidri. In der Hitze des Sommers bestimmt eine schöne Abkühlung. Unser nächstes Ziel ist Porto Katsiki. Wir umrunden die Südspitze von Lefkada und fahren an der Westküste noch ein kleines Stück Richtung Norden. Dann geht eine kleinere Straße nach links ab. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit und unzählige Kurven bis wir Porto Katsiki erreichen. Auch hier gibt es wieder einen Traumstrand unter einer steilen Klippe gelegen, auf den man von oben hinab blickt. Wie gut, dass wir außerhalb der Saison hier sind. Die Masse an Parkplätzen zeigt, wie voll es hier sein kann. Wir gehen die Stufen hinunter zum Strand. Natürlich nicht ohne eine Dose Bier 🙂 Wir genießen das tolle Wasser, unser Bier und den Sonnenuntergang. Habe ich schon erwähnt, dass wir im Paradies sind? Heute Nacht bleiben wir mit Jolly hier stehen. Kostet uns zwar nen 10er, aber was solls. Wir können duschen und haben eine Toilette. Allerdings offenbart das Dusch- und Klohäuschen erst bei Dunkelheit sein wahres Geheimnis. Kakerlaken! Alleine über der Tür zähle ich 15 Stück. Jetzt muss ich nicht mehr pinkeln. Am schlimmsten sind natürlich Spinnen, aber diese Dinger sind jetzt im Dunkeln auch nicht so mein Fall. Bäh!

Lefkada – Egremni Beach

Am nächsten Tag wollen wir die Insel weiter erkunden. Der nächste tolle Spot ist Egremni Beach. Leider ist auf dem Weg dorthin die Straße komplett gesperrt. Warum? Ein starkes Erdbeben hat im November 2015 die Straße zerstört. Und nicht nur die Straßen, Teile der Hänge sind auch abgerutscht. Man ist dabei alles wieder in Stand zu setzen, aber noch immer nicht fertig. Egremni Beach war einer der Haupt-Touristenstrände. Und wie ich gelesen habe, bebt in Griechenland die Erde schon mal öfter.

Lefkada – Kathisma Beach #2 (weil es so schön war)

Wir drehen um und fahren zurück nach Kathisma Beach. Dort hat es uns sehr gut gefallen. Jetzt sind wir einmal um die Insel gefahren. Zurück an diesem wunderbaren Strand macht sich Sam auf zum Fliegen. Er kann sich bestimmt eine halbe Stunde oben halten. Ich ärgere mich ein wenig, dass ich nicht mit hoch gegangen bin. Dafür gehe ich am nächsten Tag mit zum Startplatz. Der erste Flug hier auf der Insel für mich. Sam ist mir da schon um einiges voraus. Ich kann mich kaum halten. Der Wind ist leider noch zu schwach. Aber auch der Flug ist nicht so angenehm wie ich es mir vorgestellt habe. Ich bin froh, dass ich nach 2 Minuten am Boden stehe. Total unruhig. Sam ergeht es zuerst besser. Er findet einen Thermikbart und kann viel Höhe gewinnen. Aber leider haben wir immer noch übergeordnet Ostwind. Er wird im Bereich der Windscherung ordentlich durchgeschüttelt. Es ist das erste Mal, dass er abspiralt, weil es ihm in der Luft zu Bunt geworden ist. Eine solche Situation hatte er auch noch nicht. Aber es ist trügerisch. Bodennah haben wir den Wind der vom Meer auf das Land trifft, hier also West und oben steht der Wind von Ost an. Irgendwo befindet sich dann eine Scherzone und die ist nicht lustig. Heute bleiben wir am Boden. Besser ist das. Es stehen mittlerweile mehr Wohnmobile am Strand. Auch ein nettes Pärchen vom Camping Santa Mavra treffen wir hier wieder. Doch was dann passiert ist nicht mehr lustig. Eine ganze Wohnmobil-Armada trifft am Strand ein. Es sind Herbstferien in Deutschland. Wir empfinden es als sehr unangenehm dass plötzlich der ganze Strand zugeparkt ist, sie stehen sogar in zweiter Reihe. Viele scheinen sich sogar untereinander zu kennen. Da bin ich mal gespannt wie lange das gut geht.  

Am Folgetag sind die Windverhältnisse und Windrichtung wieder günstiger für uns. Wir probieren es nochmal. Wieder nur ein kurzer Flug, aber sehr ruhig. Heute morgen haben wir das letzte Brot zum Frühstück gegessen. Wir müssten noch mal eines kaufen. Also nehmen wir die Schirme mit hoch, deponieren sie am Startplatz im Gebüsch und machen uns zu Fuß auf den Weg nach Agios Nikitas. Ein paar Kleinigkeiten einkaufen und zurück zu Kathisma Beach. So ein Gleitschirm ist schon praktisch. Man muss den ganzen Weg nicht runter laufen. Wir packen den Einkauf in den Gleitschirmrucksack und fliegen zum Strand. Dieser Flug dauert sogar etwas länger als der letzte.

An unseren beiden letzten Tagen auf Lefkada lernen wir noch Andreas und Renate kennen. In den vorherigen Tagen war neben uns immer noch ein weiterer Schirm in der Luft. Er konnte sich häufig gut halten. Ein erfahrener Pilot. So auch heute. Er ist wieder in der Luft und “kratzt” am Hang. Plötzlich ist er nicht mehr zu sehen. Am Strand gelandet ist er auch nicht. Wo ist er hin? Da hängt was rotes im Gebüsch. Wir werden ein wenig nervös. Ein andere Camper kommt zu uns und bestätigt uns, dass das der Schirm ist. Ab den Berg hoch. Sam nimmt seinen Schirm mit. Ich nicht. Als wir näher kommen, sehen wir bereits Bewegung im Gebüsch. Eine Person steht oberhalb. Wir eilen zum Ort des Geschehens. Der Pilot ist unverletzt und bereits dabei mit noch jemanden seinen Schirm aus den Dornen zu pflücken. Wir bieten unsere Hilfe an. Gar nicht so einfach bei dem dornigen Gestrüpp. Ich zerkratze mir die Beine. Dornen bohren sich in meine Finger. Aber wir bekommen den Schirm ohne Schaden aus dem Gestrüpp. Der Schirm wird von Sam und dem Piloten noch mal eingehend begutachtet, dann fliegen beide runter. Ich fahre im Auto mit runter zum Strand. Die beiden sind Andreas und seine Frau Renate aus Bergisch Gladbach. Sie laden uns zum Dank auf ein Bier ein. Das nehmen wir gerne an. Zwei sehr angenehme Menschen. Sehr nette Gespräche. Sie bieten uns an, am nächsten Tag mit auf den höheren Startplatz Exanthia zu kommen. Auch dieses Angebot nehmen wir gerne an. An unserem letzten Tag auf Lefkada fahren wir also noch mit hoch auf den hohen Weststartplatz. Eine fantastische Aussicht. Wir machen 2 Flüge von hier oben mit Andreas. Renate fliegt nicht, kennt sich aber sehr gut aus mit allem. Sie genießt es mit am Startplatz zu stehen und fährt gerne Auto. Perfekt. Vor meinem Schein habe ich es genauso gemacht. Ich war immer mit dabei und habe später alle wieder eingesammelt. Von hier oben über das Meer fliegen ist unglaublich schön. Diese Farben, der Wahnsinn. Zum Abschluss laden wir die beiden noch zu einem Cappuccino ein. Dann schnell noch mal ins wunderschöne Meer springen und duschen. Zu unsere Überraschung steht die Polizei am Strand und bittet die Camper den Platz zu räumen. War ja nicht anders zu erwarten bei der Masse an Wohnmobilen. Zum Glück wollen wir heute eh abreisen. Wir haben für den 20.10. eine Fähre von Igoumenitsa nach Brindisi (Italien) gebucht. Wir verlassen Lefkada über den Damm und fahren nach Norden. Es ist schon spät und wir suchen einen uns bereits bekannten Ort auf. Der Platz an der Mango Beach Bar. Hier gehen wir ein letztes Mal baden, räumen noch mal Jolly auf und leeren den Kühlschrank. Auf der Fähre werden wir bestimmt keinen Strom über die Sonne bekommen. Um die Batterien zu schonen wird er dann solange ausgemacht. Die Sachen kommen dann in unsere Kühlbox. Gegen Abend fahren wir weiter nach Norden. In Perdika hat man uns ein tolles Restaurant in einer Bucht empfohlen. Das hat aber leider geschlossen. So ist mal wieder im Jolly unsere beste Sterneküche. Am Morgen des 20.10. brechen wir früh auf nach Igoumenitsa und befahren um 11 Uhr die Fähre. Um 12 geht es los. Italien wir kommen. Paradies, machs gut! Wir kommen wieder, versprochen!

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