Ciao Bella, Bella Italia (11.6-21.6.)

Vom viel zu überlaufenen Pragser Wildsee, wo uns einfach zu viele Menschen rumspringen, geht es nach Norditalien. Wir nehmen Kurs auf Belluno, da kann man super fliegen, da geht es immer. Über Cortina (hier waren wir ja schon mal) geht es Richtung Belluno. Je südlicher wir kommen um so wärmer und schwüler wird es. Puh, da muss sich der Körper erst mal dran gewöhnen. Wir schauen uns den Landeplatz in Belluno an. Aber das Wetter sagt, das gibt heute keinen mehr. Eine dicke Gewitterfront ist im anmarsch. Es schüttet. Es windet. Es blitzt und donnert. Bis das Unwettervorbei ist, stehen wir auf einem McDonalds Parkplatz und schnorren WLAN. Letztendlich entschließen wir uns weiter Richtung Bassano zu fahren. DAS Gleitschirmmekka. Unser Nachtplatz liegt am Lago di Corlo bei Arsié, ein kleiner Touristenfreier Ort, mit ganz vielen Glühwürmchen. Am folgenden Morgen hören wir ab 9 Uhr ein Dauergrollen. Das klingt nicht gut. Die Wetterprognose sagt: Eine Kaltfront ist im anmarsch. Schon wieder Gewitter. Dieses entlädt sich auch bald mit Starkregen und größeren Hagelkörnern. Ich habe Angst. Gewitter in den Ausmaßen finde ich schrecklich. Wir suchen Schutz unter einem Baum, sonst gibts vielleicht unschöne Dellen und vielleicht finden die Solarpanel es auch nicht so lustig. Zudem sieht man kaum etwas von der Straße. Wir sind mit dieser super Idee auch nicht die Einzigen. Viele suchen Schutz. Abwarten bis es durch ist. Auch für Bassano ist in den nächsten Tagen Shitwetter angesagt. Der Himmel vor uns verrät auch bereits die nächsten nahenden Unwetter.

Dann halt noch südlicher, ans Meer. Über Landstraße geht es Richtung Rimini, entlang der Adriaküste. Ein Kreisverkehr jagt den nächsten. Um unser Budget zu schonen meiden wir die in Italien kostenpflichtigen Autobahnen. Dann dauert es halt 1-2 Stunden länger. Aber egal. Einen kostenlosen Wohnmobilstellplatz finden wir dank Park4Night(App) in Cervia/Pinarella. Schnell an den Strand radeln und im Meer abkühlen. Aber wo kann man hier denn sein Handtuch auslegen? Überall Sonnenliegen und Sonnenschirme in Reih und Glied. Soweit das Auge reicht. Unser großes Handtuch findet dann nach einigen Metern gehen eine Stelle wo man „frei“ liegen darf. Ein ca 50m breiter Strandabschnitt ist für Menschen wie uns gedacht. Wow, so viel. Egal. Schön abkühlen, eine kalte Dose Bier genießen und etwas sonnen. Danach an den Strandsanitäranlagen eine wunderbare Dusche und alles ist wieder gut. Bis es wieder mal gewittert (Irgendwie verfolgen die Gewitter uns). Abends schauen wir uns noch ein wenig die Promenade an. Am nächsten Tag versuchen wir es noch einmal mit Strand. Wir wissen ja jetzt wo wir liegen dürfen. Gegen 14.30 sagen uns die dunklen Wolkentürme, dass wir den Strand vielleicht besser verlassen sollten. Schön duschen und ab zum Jolly. Gewitter abwarten und die Überlegung weiter zu fahren. Wir bleiben selten länger als eine Nacht an einem Ort.

Es geht nach Bologna. Auf dem Weg über Landstraße sehen wir jede Menge Flamingos, Fasane, Tomaten- und Pfirsichplantagen. Herrlich. Wir parken etwas ausserhalb von Bologna. und gehen zu Fuß in die Innenstadt. Eine sehr schöne Altstadt, alte Gebäude, (Kirch)Türme, Mauern, Restaurants in denen der Schinken von der Decke hängt (Prosciutteria). Sehr hübsch. In der Nacht regnet es viel und Stark. Es freut sich die Natur.

Weiter geht es in den Apennin, eine Gebirgskette in Mittelitalien, von Südost nach Nordwest verlaufend. Vielleicht ist es dort nicht ganz so warm. Von Philipp aus Köln haben wir die Gegend empfohlen bekommen. Wir suchen uns den Montfestino aus, hier kann man auch wieder Gleitschirmfliegen. Bei Serramazzione finden wir einen Platz für die Nacht. Da es auch hier in der letzten Nacht ordentlich geregnet hat, erleben wir beim befahren des unbefestigten Parkplatzes eine tolle Überraschung. Unser dicker Jolly beginnt zu rutschen. Und Schwups! Wir stecken im Schlamm fest. Großartig! Wirklich! Ich bin mal wieder voll begeistert. Da an diesem schönen Wanderparktplatz keine Menschenseele ist und das nächste Haus unbewohnt ist, müssen wir wohl selber klar kommen. Steine und Holz sammeln- unterlegen- schieben- vorwärts- rückwärts- vorwärts- rückwärts- schieben- vorwärts- rückwärts- vorwärts- rückwärts- schieben. Endlich ist er frei! Eine gute Stunde haben wir gebraucht und Gott sei dank ein Happy End. Was ne Aufegung. Jolly bekommt einen Parkplatz. Etwas Höher, auf dem befestigten Teil des Parkplatzes. Beim Erkunden der Gegend machen wir eine kleine ausgewiesene Tour zur Cascade di Bucamente, Wasserfälle mit hohem Mineralgehalt. Ziemlich versteckt im Wald gelegen. Der Weg ist ebenfalls, wie der Parkplatz, eine schlammige Angelegenheit. Da unsere Schuhe eh versaut sind, ist das nicht weiter tragisch. Nach über einer Stunde rumlaufen erstmal chillen. Sam sagt: ich soll mich nicht immer so aufregen wegen sowas, war doch kein Problem! Ach so! War es nicht? Darauf ertsmal ne Flasche Wein. Sind ja schließlich in Italien. Wir packen unseren Grill aus und zaubern uns ein feines Abendessen. Dazu natürlich Wein. Hin und wieder fährt dann doch ein Auto an uns vorbei. Ich grüße freundlich mit meinem Glas Wein. Und bekomme freundliches Winken zurück. Beim Frühstück sieht es ähnlich aus. Vorbeifahrende Autos grüßen, wir grüßen mit unseren Kaffeetassen zurück. Nette Menschen hier. Heute passt das Wetter. Wir wandern mit unseren Gleitschirmen den schlammigen Berg hoch und wollen fliegen. Den Landeplatz hatten wir uns am Tag zuvor angeschaut und für riskant erklärt. Je nach Windrichtung ist er im Lee und das ist fast immer der Fall. Sam geht trotzdem raus und hat einen wunderbaren Flug. Ich schaue mir das ganze ein wenig an. Nach einer Toplandung oben bei mir, entschließt sich Sam ein weiteres mal rauszugehen und säuft regelrecht ab. Er muss unten landen und wählt den offiziellen, von uns für riskant erklärten Landeplatz und hat echt Mühe heil auf den Boden zu kommen. Es folgt der Funkspruch: Du fliegst nicht! Bzw. du landest nicht hier! Viel zu gefährlich! Okay, dann geh ich wieder zum Jolly. Ich schlittere also den Berg mit meinem dicken Rucksack wieder runter und Sam kommt vom Landplatz hoch. Wir duschen noch mal mit unserer Outdoordusche, füllen anschließend den Wassertank wieder komplett auf und machen uns auf die Reise nach Sestola, etwas weiter westlich, am Monte Simone. Einer der höchsten Berge in dem Apennin.

Über schreckliche, enge, kaputte und steile Straßen kommen wir dann nach Fanano, wo wir die Nacht verbringen. Das Brot was wir zum Frühstück kaufen ist ein Mehl-Wassergemisch. Das hätte ich selber wahrscheinlich besser hinbekommen. Egal. Es dient als Unterlage für Wurst, Käse und Nutella. Von Sestola aus geht es auf den Piana de Falco über einen moderaten Wanderweg. 2 Stunden schwitzen obwohl es sich gar nicht so warm anfühlt. Oben erwartet uns ein super Startplatz (startbar in alle Richtungen) wo wir beide auch optimal rauskommen. Der Landeplatz liegt zwar nicht im Lee wie der letzte ist allerdings etwas uneben. Sam bekommt die Thermik nicht so richtig und muss landen gehen. Ich will die Thermik nicht und gehe landen. Leider bedenke ich nicht die Unebenheit des Landplatzes und bekomme beim „Abachtern“ Schwierigkeiten und lande letztendlich mit Rücken/Seitenwind. Zum Glück hab ich gute Beine die laufen können. Scheiß Landung, aber nix passiert.

Genug von diesem Inland. Wir wollen wieder ans Meer. Kurvige Straßen führen uns nach Lucca. In Viareggio versuchen wir an den Strand zu kommen, was aber durch die Promenade und Restaurants nicht so einfach ist. Über den Hafen haben wir dann doch die Möglichkeit unsere kalten Dosen Bier am Strand bei Sonnenuntergang zu trinken. Herrlich. Die Schwierigkeit einen „freien“ Strand zu finden bewegt uns dazu ein Stückchen nördlicher nach Massa zu fahren. Ähnlich schwieriges Unternehmen wie an der Ostküste. Google Earth sei dank, können wir freie Strandabschnitte finden. Parkplatz suchen und ab an den Strand. Auch an diesem freien Strand sind wir nicht alleine. Handtuch an Handtuch liegen wir im Sand und bruzzeln in der Sonne. Das Wasser allerding ist toll. Um 5 Uhr spielt Deustchland in der WM-Vorrunde gegen Mexico. Das wollen wir uns angucken und gehen gegen halb 5 duschen und auf die Suche nach einer Bar, die das Spiel überträgt. Gesucht. Gefunden. Mit uns nur wenige deutsche Fußballbegeisterte. Generell begegnen uns hier nur sehr wenig Deutsche. Nicht wie am Gardasee. Die erste Heilbzeit ist zu Ende, Deutschland liegt 0:1 zurück. Bei dem Tor der Mexikaner jubeln alle Italianer und freuen sich bei jeder Torchance. Ich bin etwas erschrocken wie wenig das Ausland den deutschen Fußball leiden kann. (Vorweg: Das werden wir auch noch bei den anderen beiden Spielen gewahr) zu Beginn der Zweiten Halbzeit, macht der Wirt einfach den Fernseher aus und räumt diesen rein. Okaaaayyyy….schnell austrinken, bezahlen und im WLAN des gleichen Lokals den Liveticker checken. Heute gibt es leider kein Happy End für den deutschen Fußball.

Bye Bye Mittelmeer. Wir fahren Richtung Parma. Dieses Mal gönnen wir uns mal ein bischen Autobahn. Keinen Bock auf Kurvenstraßen heute und es ist schon spät. Ein schöner Parkplatz bei Fornovo di Taro, diekt am Fluß, lädt uns zum Übernachten und Verweilen ein. Die Temperaturen hier sind auch zum Aushalten. Blog schreiben, Elektrik basteln, lesen. Ganz entspannt. In Parma selbst geht es mit dem Rad in die Innenstadt. Ähnlich wie Bologna hat Parma viele Kirchen/Türme, Mauern, alte Gebäude und natürlich Prosciutterias wo der Parmaschinken von der Decke hängt. In dieser Nacht in Parma, müssen wir zum ersten Mal den Stellplatz wechseln, da eine Gruppe Jugendlicher nicht weit von uns einen riesen Lärm/Party veranstaltet. Ebenfalls in dieser Nacht fallen die Mücken über mich her. Komplett zerstochen mit riesen Beulen an Beinen und Armen , kratze ich mich von nun an den ganzen Tag und die ganze Nacht. Es juckt wie blöde.

Über Mailand, welches wir uns nicht anschauen, weil wir genug von Menschen und Hitze haben, fahren wir an den Lago di Como. Eigentlich wollen wir schwimmen und uns abkühlen. Finden auch einen tollen Parkplatz direkt am südlichen Ende des Sees, bei Como. Aber irgendwie ist hier keine Möglichkeit ins Wasser zu gehen. Egal. Wir bleiben trotzdem hier und schauen uns Como an. Kleines hübsches Städtchen mit jeder Menge Leben. Es ist immer noch sehr warm und die Mücken finden mich auch immer noch sehr attraktiv. Leider. Zerstochen und verschwitzt, fahren wir über die Westküste des Comer Sees nach Norden in den kleinen Ort Cravedona. Hier haben wir die Möglichkeit schwimmen zu gehen. Direkt an einer Kirche parken wir unseren Jolly und finden hinter dieser Kirche einen Mini-Strand. Ob man hier Baden darf? Direkt an der Kirche? Wir liegen im Schatten der Bäume und gehen schwimmen. Ein Traum. Und niemand stört uns. Am Abend zaubern wir uns wieder mal ein feines Abendessen vom Grill. Auf einmal beginnt sich der Parkplatz zu füllen. Die Glocken läuten und läuten. Ein Konzert in der Kirche. Auch nicht schlecht. In dieser Nacht ist es so warm, dass wir es wagen mit offenem Fenster zu schlafen. An einer Kirche wird wohl nichts passieren. Die Nacht ist mit einer weiteren Anzahl von Mückenstichen gut überstanden. Noch mal schnell in den See hüpfen und es geht weiter. Über die Schweiz (wir haben ja eine Vignette) nach Österreich, Bregenzer Wald. Hier sind wir nämlich mit Karl und Jakob zum Gleitschirmfliegen verabredet.

Gardasee, Idrosee, Brenta, usw.

Mit einem Tag Verspätung starten wir am 11.05. gegen Mittag unseren 2. Teil der Reise Richtung Italien. 1. Ziel ist Sand im Taufers, wo wir Heiko überraschen wollen, der grade seinen Paraglidingschein dort zu Ende macht. Gegen 21.30 Uhr erreichen wir nach einem starken Regenguß die Brennerautobahn wo wir nach der italienischen Grenze direkt mal herausgewunken werden und Führerschein und Fahrzeuhschein vorweisen müssen 🙁 , die weitere Fahrt verläuft ohne besondere Vorkommnisse und wir können in Bruneck einen Nachtparkplatz finden, wo wir beide totmüde direkt einschlafen. Am nächsten Morgen überraschen wir Heiko kurz nach seinem bestandenen Prüfungsflug und stoßen um halb 10! mit einem leckeren Kölsch darauf an. Die Reise geht weiter Richtung Manerba am Gardasee, wo Hanna und Daniel auf uns warten. Hier wird bei schönem Wetter erstmal gegrillt und Bier konsumiert. Am nächsten Morgen teilen die beiden uns mit, dass sie die halbe Nacht über der Toilette verbracht haben. Hoffentlich sind wir nicht auch noch dran??? Bisher gehts uns gut… das Wetter ändert sich und es kommen immer wieder Schauer und kleine Gewitter durch. Zum Abend hin gehts uns immer noch gut, Daniel gehts besser, aber Hanna macht uns Sorgen. Wir brechen auf zu einem neuen Standort, die Herren wollen surfen! Südöstlich, Camping Baldo, bei Brenzone ist surfen möglich, aber gar nicht so einfach wie es aussieht. Der nächste Tag bringt Regen, dauernd Regen. Da sind wir in der Schweiz ganz schön verwohnt worden… Hanna geht es wiedere schlechter, sie beschließen ihren Urlaub abzubrechen. Vorher noch mal schnell aufs Wasser und surfen, Daniel macht schon eine deutlich bessere Figur.

Jetzt sind wir wieder zu zweit. Also schnell noch Wassertank befüllen, duschen und Toilette und runter vom Campingplatz Richtung Costermano. Sam hat Spaß daran gefunden mit unserem großen Jolly durch kleine, enge italienische Bergstraßen zu fahren, ich bin begeistert – NICHT! Aber er hat das Auto im Griff. Guter Fahrer! Wir sind auf Flugentzug und da ich nicht vom Monte Baldo fliegen möchte, wegen dem MINI Landeplatz gleich am Wasser, geht es für uns etwas ins Hinterland zum Monte Belpo. Bepackt mit ca. 13kg bzw 15kg geht es einen moderaten Wanderweg den Monte Belpo hoch. Viel Wind am Startplatz lässt mich einen kurzen abstecher in die Dornen machen, danach bekomme ich jedoch einen wunderbaren Flug mit Blick auf den Gardasee. Das möchten wir am nächsten Tag nochmal machen. Leider regnet es mal wieder und wir warten bis es vorbeigezogen ist, dann starten wir erneut zu unserer Wanderung. Oben angekommen sieht die Wetterlage nicht so optimal aus, Gewitter im anmarsch, Sam wird auf der Suche nach einer Unterstellmöglichkeit „von einem wilden Pferd ANGEGFRIFFEN“. Wir verlassen fluchtartig den Starplatz und entdecken ein altes verlassenes Hotel, wo wir Schutz vor dem Gewitter finden. „spooky“ Das Gewitter ist durch und wir begeben uns wieder Richtung Startplatz, immer mit Blick auf wilde Pferde, die bei genauerem betrachten gar nicht so wild sind und sich streicheln lassen. Ein schöner ruhiger Abendflug ist möglich. Unsere neuer Nachtplatz ist an der Kirche in Marciaga, oberhalb von Garda.
Übrigens: In den Wäldern um den Gardasee wohnt der Kuckuck, den ganzen Tag nur Kuck-kuck, kuck-kuck…es macht einen nur leicht verrückt. Nachts sind da auch noch andere Tierlaute, das „Huhuuu“ der Eulen ist da der am wenigsten unheimliche Laut.

Am 18.5. beschließen wir mit dem Rad nach Garda zu fahren, hin kein Problem. *Keep rollin’* Dort treffen wir auf viiiiele deutsche Touristen, kaufen frisches Obst und Gemüse auf dem Markt und fahren dann zurück zu unserem lieben Jolly, ca. 25 min nur bergauf strampeln, es ist warm, sehr warm. Erstmal abkühlen, also nach Süden nach Colà um von dort mit dem Rad an den See zum baden zu fahren. Kleinere Schauer vertreiben uns nicht vom Handtuch, das nahende Gewitter schafft es dann doch. Die „Abkürzung“ am Wasser entlang entpuppt sich als Fehler. Campingplatz an Campingplatz machen kein durchkommen möglich. Zum Glück haben wir ja Badesachen an. Am Folgetag gucken wir uns noch Salo an und fahren dann über die Passstrasse Richtung Idrosee. Natürlich darf hier das Gewitter nicht fehlen. Der Monte Alpo di Storo ist unser Berg, ca 1200hm  zu Fuß mit Paragliding-Rucksack hoch, Hagel und Regen inklusive. Nach 4 Stunden Gehen und Zwangspause erwischen wir eine Gutwetterlücke und fliegen runter. Da weiss man dann warum man das Ding auf seinem Rücken hoch schleppt. Alles wieder runter gehen, die Zeiten sind vorbei. Der erwartete Muskelkater bleibt aus. Weiter geht es nach Molvene. Ein wunderschöner Ort direkt am See. Hier ist die Welt noch in Ordnung. Das Einzige was mich hier stört, ist ein Schild auf dem vor Bären gewarnt wird. Zu Gesicht bekommen wir allerdings nur (zum Glück) mehrere Feuersalamander.

22.05. Weiter geht es Richtung Bozen. Sehr beeindruckend ist das Ganze, wenn man über den Mendelpass fährt, mit einem mal eröffnet sich ein weites Tal mit Blick auf Bozen und Umgebung -gewaltigst-. Nett, wie das Navi so ist, führt es uns mitten durch Bozen durch. Das nehmen wir zum Anlass um noch mal schnell ein paar Lebensmittel zu kaufen. Das nächste Ziel ist St. Christina im Grödnertal. Kurz nach Kastelruth und Gott sei dank einem Tankstopp, werden wir wieder einmal von der Polizei rausgewunken…nach skeptischer Begutachtung unseres Jolly dürfen wir dann weiter fahren. Auf dem Wanderparkplatz Praplan finden wir unsere Nachtruhe und gleichzeitig Startpunkt für die morgige Wanderung.

Ich will hoch auf die Seceda. Will die Sella sehen und die Sicht auf Lang- und Plattkofel geniessen… Leider hängen da so ein paar Wolken rum ,es ist frisch, die Sonne zeigt sich selten und irgendwie liegt noch ziemlich viel Schnee. Egal, trotz der Wetterlage eine beeindruckende Aussicht und eine unglaublich vielfalt an Blumen, einfach traumhaft. Die Sonne zeigt sich erst wieder in Cortina de Ampezzo. Schickes Örtchen umgeben von imposanten Bergen.
Im Ausland Brot kaufen ist schwierig. Mal besteht es nur aus Kümmel, mal nur aus Mehl und Wasser und mal ist ziemlich viel Luft drin.?!
Wir entscheiden uns aufgrund der Wetterlage Richtung Pustertal, an den Kronplatz zu fahren. Dort Wandern wir mal wieder mit unseren schweren Rucksäcken zum Gipfel. Gipfelglück erreichen wir gegen 14.30 Uhr, es weht mittlerweile ein strammer Wind am Startplatz. Durch die anstregende Wanderung fällt der Flug nicht so lange aus. Dafür schmeckt das Landebier um so besser. Endlich noch mal duschen, mit unserer Outdoordusche und nicht wirklich temperiertem Wasser. Trotzdem gut. Weiter gehts nach Österreich, Sillian im Hochpustertal.

Die Probefahrt – Schweiz

Da wir noch Saisonpässe (gültig in 4 Skigebieten in der Schweiz) hatten, war schnell klar wo unsere Reise beginnt. Wir wollten natürlich die Pässe noch so häufig es geht nutzen. Also ging es am 04. April los. Jedoch war erstens Jolly noch nicht so weit fertig, wie wir Ihn gerne für die (große) Reise hätten und zweitens können wir am Mittelmeer mit den Ski im Gepäck wenig anfangen. Deshalb war klar, Schweiz wird nur eine Probefahrt. Wir werden nach Ablauf der Wintersaison und Gültigkeit der Pässe nochmal zurückkehren, um mit den Erfahrungen Jolly zu optimieren bzw. zu vervollständigen und die Ski ausladen.

Auf dem Weg in die Schweiz war der erste Zwischenstopp und die erste Übernachtung im Schwarzwald. Bei Zell im Wiesental sollte es einen geeigenten Startplatz für die vorhergesagte Windrichtung des Folgetages geben. Die erste etwas unheimliche und unruhige Nacht auf dem Parkplatz eines Schützenvereins war durch bestes Frühlingswetter – fast schon sommerlich – schnell vergessen. Vorallem weil ein kleiner Flug vor der anrollenden Kaltfront, die in der Schweiz sogar LKW’s von der Autobahn fegte, tätsichlich noch drin war. Allerdings bin ich nach etwas kreisen kurz unterhalb das Startplatzes wieder eingelandet, da der zugehörige Landplatz eine unlandbare Baustelle war und es in dem schmalen Tal auch sonst keine näheren Landmöglichkeiten gab. Somit nur ein kleiner aber feiner Hüpfer.

Mit einem Grinsen im Gesicht ging es dann bei Basel über die Grenze mit dem ersten Ziel – Gstaad und Umgebung. Am Lauenensee erlebten wir dann einen Wetterumschwung. Plötzlich war wieder Winter und wir wurden auf unserem ersten Nachtplatz eingeschneit, welcher jedoch nur sehr kurz anhielt.

Weiter ging es nach Lenk. Hier konnten wir unseren Saisonpass noch bis zum 08.04.2018 nutzen. Bei traumhaftem Wetter konnten wir entweder das Gebiet mit den Ski befahren, oder aber bei einigen Flügen mit dem Schirm erkunden.

Nach dem 08.04. haben wir uns die meiste Zeit bei Interlaken aufgehalten. Die Orte um Interlaken haben sich als ideale Standorte für uns erwiesen. Von Interlaken konnten wir mit der Berner Oberlandbahn zu den noch geöffneten Bergbahnen fahren. Je nach Wetter wurden die Ski angeschnallt oder sich unter den Gleitschirm gehangen. An manchen Tagen kam jedoch weder das eine noch das andere in Frage. Am 12.04. z.B. war mit einer Druckdiffenz von ca. 12 hPa zwischen Zürich und Lugano starker Föhn vorhergesagt. Der Betrieb der Bergbahnen wurde deshalb eingestellt. Da war selbst der Hinweg der Fahradtour von Brienz nach Meiringen gegen den Wind eine sportliche Herausforderung.

Unsere Reinigungsmöglichkeiten variierten zwischen Thuner- und Brienzerseen, Schwimbadbesuchen oder ein Besuch der SAC-Hütte in Grindelwald. Letzteres war für einen regnerischen Tag geplant, wo auf der Hütte neben Körperhygiene an Elektrik mit Raspberry Pi und co. gearbeitet wurde. Der 17.04. war jedoch gar nicht wirklich so regnerisch wie vorhergesagt.

Bei der Fahrradtour um den Thunersee, haben wir uns Thun selbst mal angesehen. Eine mega schöne Stadt! Wer mal in der nähe ist, dem ist ein Besuch unbedingt zu empfehlen.

Es folgte eine traumhafte Wetterlage für Flieger, bei der mit dem Gleitschirm größere Strecken möglich wurden. Die ersten 324km in 2018 wurden geflogen. Am 20.04. war auch für mich ein Streckenflug (flaches Dreieck) von knapp 70km drin. Für mich ein Hammer-Flug! Den Flug vom 21.04. habe ich sogar etwas mit der GoPro festgehalten, welchen ich in einem weiteren kleinen Artikel vorstellen werde.

Ab dem 24.04. war das ideale Flugwetter erstmal vorbei und der Skiliftbetrieb für die kleine Scheidegg war auch schon beendet, so dass wir einen längeren Ausflug zum Vierwaldstättersee gemacht haben. Beim befüllen unseres Wassertanks kam es leider zu einem kleinen Zwischenfall, so dass ein Nachmittag zum trocknen geopfert werden musste.

An einem herrlichen Stellplatz bei Hergiswil war Alternativprogram angesagt. An der Besteigung des Pilatus über Rosegg sind wir jedoch auf Grund von zu großen Schneefeldern leider gescheitert. Wir konnten von oben trotzdem einen imposanten Blick über den Vierwaldstättersee genießen.
Am 28.04. wurde in Grindelwald noch ein letztes mal geflogen. Anschließend haben wir mit einem kleinen Umweg/Besuch über Zürich die Heimreise angetreten.