Ciao Bella, Bella Italia (11.6-21.6.)

Vom viel zu überlaufenen Pragser Wildsee, wo uns einfach zu viele Menschen rumspringen, geht es nach Norditalien. Wir nehmen Kurs auf Belluno, da kann man super fliegen, da geht es immer. Über Cortina (hier waren wir ja schon mal) geht es Richtung Belluno. Je südlicher wir kommen um so wärmer und schwüler wird es. Puh, da muss sich der Körper erst mal dran gewöhnen. Wir schauen uns den Landeplatz in Belluno an. Aber das Wetter sagt, das gibt heute keinen mehr. Eine dicke Gewitterfront ist im anmarsch. Es schüttet. Es windet. Es blitzt und donnert. Bis das Unwettervorbei ist, stehen wir auf einem McDonalds Parkplatz und schnorren WLAN. Letztendlich entschließen wir uns weiter Richtung Bassano zu fahren. DAS Gleitschirmmekka. Unser Nachtplatz liegt am Lago di Corlo bei Arsié, ein kleiner Touristenfreier Ort, mit ganz vielen Glühwürmchen. Am folgenden Morgen hören wir ab 9 Uhr ein Dauergrollen. Das klingt nicht gut. Die Wetterprognose sagt: Eine Kaltfront ist im anmarsch. Schon wieder Gewitter. Dieses entlädt sich auch bald mit Starkregen und größeren Hagelkörnern. Ich habe Angst. Gewitter in den Ausmaßen finde ich schrecklich. Wir suchen Schutz unter einem Baum, sonst gibts vielleicht unschöne Dellen und vielleicht finden die Solarpanel es auch nicht so lustig. Zudem sieht man kaum etwas von der Straße. Wir sind mit dieser super Idee auch nicht die Einzigen. Viele suchen Schutz. Abwarten bis es durch ist. Auch für Bassano ist in den nächsten Tagen Shitwetter angesagt. Der Himmel vor uns verrät auch bereits die nächsten nahenden Unwetter.

Dann halt noch südlicher, ans Meer. Über Landstraße geht es Richtung Rimini, entlang der Adriaküste. Ein Kreisverkehr jagt den nächsten. Um unser Budget zu schonen meiden wir die in Italien kostenpflichtigen Autobahnen. Dann dauert es halt 1-2 Stunden länger. Aber egal. Einen kostenlosen Wohnmobilstellplatz finden wir dank Park4Night(App) in Cervia/Pinarella. Schnell an den Strand radeln und im Meer abkühlen. Aber wo kann man hier denn sein Handtuch auslegen? Überall Sonnenliegen und Sonnenschirme in Reih und Glied. Soweit das Auge reicht. Unser großes Handtuch findet dann nach einigen Metern gehen eine Stelle wo man „frei“ liegen darf. Ein ca 50m breiter Strandabschnitt ist für Menschen wie uns gedacht. Wow, so viel. Egal. Schön abkühlen, eine kalte Dose Bier genießen und etwas sonnen. Danach an den Strandsanitäranlagen eine wunderbare Dusche und alles ist wieder gut. Bis es wieder mal gewittert (Irgendwie verfolgen die Gewitter uns). Abends schauen wir uns noch ein wenig die Promenade an. Am nächsten Tag versuchen wir es noch einmal mit Strand. Wir wissen ja jetzt wo wir liegen dürfen. Gegen 14.30 sagen uns die dunklen Wolkentürme, dass wir den Strand vielleicht besser verlassen sollten. Schön duschen und ab zum Jolly. Gewitter abwarten und die Überlegung weiter zu fahren. Wir bleiben selten länger als eine Nacht an einem Ort.

Es geht nach Bologna. Auf dem Weg über Landstraße sehen wir jede Menge Flamingos, Fasane, Tomaten- und Pfirsichplantagen. Herrlich. Wir parken etwas ausserhalb von Bologna. und gehen zu Fuß in die Innenstadt. Eine sehr schöne Altstadt, alte Gebäude, (Kirch)Türme, Mauern, Restaurants in denen der Schinken von der Decke hängt (Prosciutteria). Sehr hübsch. In der Nacht regnet es viel und Stark. Es freut sich die Natur.

Weiter geht es in den Apennin, eine Gebirgskette in Mittelitalien, von Südost nach Nordwest verlaufend. Vielleicht ist es dort nicht ganz so warm. Von Philipp aus Köln haben wir die Gegend empfohlen bekommen. Wir suchen uns den Montfestino aus, hier kann man auch wieder Gleitschirmfliegen. Bei Serramazzione finden wir einen Platz für die Nacht. Da es auch hier in der letzten Nacht ordentlich geregnet hat, erleben wir beim befahren des unbefestigten Parkplatzes eine tolle Überraschung. Unser dicker Jolly beginnt zu rutschen. Und Schwups! Wir stecken im Schlamm fest. Großartig! Wirklich! Ich bin mal wieder voll begeistert. Da an diesem schönen Wanderparktplatz keine Menschenseele ist und das nächste Haus unbewohnt ist, müssen wir wohl selber klar kommen. Steine und Holz sammeln- unterlegen- schieben- vorwärts- rückwärts- vorwärts- rückwärts- schieben- vorwärts- rückwärts- vorwärts- rückwärts- schieben. Endlich ist er frei! Eine gute Stunde haben wir gebraucht und Gott sei dank ein Happy End. Was ne Aufegung. Jolly bekommt einen Parkplatz. Etwas Höher, auf dem befestigten Teil des Parkplatzes. Beim Erkunden der Gegend machen wir eine kleine ausgewiesene Tour zur Cascade di Bucamente, Wasserfälle mit hohem Mineralgehalt. Ziemlich versteckt im Wald gelegen. Der Weg ist ebenfalls, wie der Parkplatz, eine schlammige Angelegenheit. Da unsere Schuhe eh versaut sind, ist das nicht weiter tragisch. Nach über einer Stunde rumlaufen erstmal chillen. Sam sagt: ich soll mich nicht immer so aufregen wegen sowas, war doch kein Problem! Ach so! War es nicht? Darauf ertsmal ne Flasche Wein. Sind ja schließlich in Italien. Wir packen unseren Grill aus und zaubern uns ein feines Abendessen. Dazu natürlich Wein. Hin und wieder fährt dann doch ein Auto an uns vorbei. Ich grüße freundlich mit meinem Glas Wein. Und bekomme freundliches Winken zurück. Beim Frühstück sieht es ähnlich aus. Vorbeifahrende Autos grüßen, wir grüßen mit unseren Kaffeetassen zurück. Nette Menschen hier. Heute passt das Wetter. Wir wandern mit unseren Gleitschirmen den schlammigen Berg hoch und wollen fliegen. Den Landeplatz hatten wir uns am Tag zuvor angeschaut und für riskant erklärt. Je nach Windrichtung ist er im Lee und das ist fast immer der Fall. Sam geht trotzdem raus und hat einen wunderbaren Flug. Ich schaue mir das ganze ein wenig an. Nach einer Toplandung oben bei mir, entschließt sich Sam ein weiteres mal rauszugehen und säuft regelrecht ab. Er muss unten landen und wählt den offiziellen, von uns für riskant erklärten Landeplatz und hat echt Mühe heil auf den Boden zu kommen. Es folgt der Funkspruch: Du fliegst nicht! Bzw. du landest nicht hier! Viel zu gefährlich! Okay, dann geh ich wieder zum Jolly. Ich schlittere also den Berg mit meinem dicken Rucksack wieder runter und Sam kommt vom Landplatz hoch. Wir duschen noch mal mit unserer Outdoordusche, füllen anschließend den Wassertank wieder komplett auf und machen uns auf die Reise nach Sestola, etwas weiter westlich, am Monte Simone. Einer der höchsten Berge in dem Apennin.

Über schreckliche, enge, kaputte und steile Straßen kommen wir dann nach Fanano, wo wir die Nacht verbringen. Das Brot was wir zum Frühstück kaufen ist ein Mehl-Wassergemisch. Das hätte ich selber wahrscheinlich besser hinbekommen. Egal. Es dient als Unterlage für Wurst, Käse und Nutella. Von Sestola aus geht es auf den Piana de Falco über einen moderaten Wanderweg. 2 Stunden schwitzen obwohl es sich gar nicht so warm anfühlt. Oben erwartet uns ein super Startplatz (startbar in alle Richtungen) wo wir beide auch optimal rauskommen. Der Landeplatz liegt zwar nicht im Lee wie der letzte ist allerdings etwas uneben. Sam bekommt die Thermik nicht so richtig und muss landen gehen. Ich will die Thermik nicht und gehe landen. Leider bedenke ich nicht die Unebenheit des Landplatzes und bekomme beim „Abachtern“ Schwierigkeiten und lande letztendlich mit Rücken/Seitenwind. Zum Glück hab ich gute Beine die laufen können. Scheiß Landung, aber nix passiert.

Genug von diesem Inland. Wir wollen wieder ans Meer. Kurvige Straßen führen uns nach Lucca. In Viareggio versuchen wir an den Strand zu kommen, was aber durch die Promenade und Restaurants nicht so einfach ist. Über den Hafen haben wir dann doch die Möglichkeit unsere kalten Dosen Bier am Strand bei Sonnenuntergang zu trinken. Herrlich. Die Schwierigkeit einen „freien“ Strand zu finden bewegt uns dazu ein Stückchen nördlicher nach Massa zu fahren. Ähnlich schwieriges Unternehmen wie an der Ostküste. Google Earth sei dank, können wir freie Strandabschnitte finden. Parkplatz suchen und ab an den Strand. Auch an diesem freien Strand sind wir nicht alleine. Handtuch an Handtuch liegen wir im Sand und bruzzeln in der Sonne. Das Wasser allerding ist toll. Um 5 Uhr spielt Deustchland in der WM-Vorrunde gegen Mexico. Das wollen wir uns angucken und gehen gegen halb 5 duschen und auf die Suche nach einer Bar, die das Spiel überträgt. Gesucht. Gefunden. Mit uns nur wenige deutsche Fußballbegeisterte. Generell begegnen uns hier nur sehr wenig Deutsche. Nicht wie am Gardasee. Die erste Heilbzeit ist zu Ende, Deutschland liegt 0:1 zurück. Bei dem Tor der Mexikaner jubeln alle Italianer und freuen sich bei jeder Torchance. Ich bin etwas erschrocken wie wenig das Ausland den deutschen Fußball leiden kann. (Vorweg: Das werden wir auch noch bei den anderen beiden Spielen gewahr) zu Beginn der Zweiten Halbzeit, macht der Wirt einfach den Fernseher aus und räumt diesen rein. Okaaaayyyy….schnell austrinken, bezahlen und im WLAN des gleichen Lokals den Liveticker checken. Heute gibt es leider kein Happy End für den deutschen Fußball.

Bye Bye Mittelmeer. Wir fahren Richtung Parma. Dieses Mal gönnen wir uns mal ein bischen Autobahn. Keinen Bock auf Kurvenstraßen heute und es ist schon spät. Ein schöner Parkplatz bei Fornovo di Taro, diekt am Fluß, lädt uns zum Übernachten und Verweilen ein. Die Temperaturen hier sind auch zum Aushalten. Blog schreiben, Elektrik basteln, lesen. Ganz entspannt. In Parma selbst geht es mit dem Rad in die Innenstadt. Ähnlich wie Bologna hat Parma viele Kirchen/Türme, Mauern, alte Gebäude und natürlich Prosciutterias wo der Parmaschinken von der Decke hängt. In dieser Nacht in Parma, müssen wir zum ersten Mal den Stellplatz wechseln, da eine Gruppe Jugendlicher nicht weit von uns einen riesen Lärm/Party veranstaltet. Ebenfalls in dieser Nacht fallen die Mücken über mich her. Komplett zerstochen mit riesen Beulen an Beinen und Armen , kratze ich mich von nun an den ganzen Tag und die ganze Nacht. Es juckt wie blöde.

Über Mailand, welches wir uns nicht anschauen, weil wir genug von Menschen und Hitze haben, fahren wir an den Lago di Como. Eigentlich wollen wir schwimmen und uns abkühlen. Finden auch einen tollen Parkplatz direkt am südlichen Ende des Sees, bei Como. Aber irgendwie ist hier keine Möglichkeit ins Wasser zu gehen. Egal. Wir bleiben trotzdem hier und schauen uns Como an. Kleines hübsches Städtchen mit jeder Menge Leben. Es ist immer noch sehr warm und die Mücken finden mich auch immer noch sehr attraktiv. Leider. Zerstochen und verschwitzt, fahren wir über die Westküste des Comer Sees nach Norden in den kleinen Ort Cravedona. Hier haben wir die Möglichkeit schwimmen zu gehen. Direkt an einer Kirche parken wir unseren Jolly und finden hinter dieser Kirche einen Mini-Strand. Ob man hier Baden darf? Direkt an der Kirche? Wir liegen im Schatten der Bäume und gehen schwimmen. Ein Traum. Und niemand stört uns. Am Abend zaubern wir uns wieder mal ein feines Abendessen vom Grill. Auf einmal beginnt sich der Parkplatz zu füllen. Die Glocken läuten und läuten. Ein Konzert in der Kirche. Auch nicht schlecht. In dieser Nacht ist es so warm, dass wir es wagen mit offenem Fenster zu schlafen. An einer Kirche wird wohl nichts passieren. Die Nacht ist mit einer weiteren Anzahl von Mückenstichen gut überstanden. Noch mal schnell in den See hüpfen und es geht weiter. Über die Schweiz (wir haben ja eine Vignette) nach Österreich, Bregenzer Wald. Hier sind wir nämlich mit Karl und Jakob zum Gleitschirmfliegen verabredet.

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